letztes Update: 19.07.2024 / 18:36
Arbeitsgruppe Amphibien
Gute Laichgewässer sind für unsere Amphibien von entscheidender Bedeutung. Diese Erkenntnis ist gewiss nicht neu, wird aber durch zunehmend trockene Sommer und eine immer weitere Zerschneidung der Landschaft durch Straßen, sowie durch Bau- und Industriegebiete, mehr und mehr zur existenziellen Frage für Frösche, Kröten und Molche. Allein bei den Wanderungen zu und von den Laichgebieten sterben sehr viele Tiere noch vor der Paarung bzw. dem Erreichen der Geschlechtsreife. Viele Kleingewässer verlanden zudem durch fehlende Pflege oder trocknen zu schnell aus.
Wir legen an geeigneten Orten neue Laichgewässer an und sanieren in die Jahre gekommene Folienteiche, die für viele Arten seit langem wichtige Lebensräume sind.
Von/mit unserer Arbeitsgruppe angelegte Laichgewässer: 24
Viele Amphibien sind nicht zuletzt durch den intensiven Fischbesatz vieler Stillgewässer zunehmend gefährdet. Die Anlage großer und kleiner Laichgewässer in günstiger Lage ist daher von besonderer Bedeutung zum Schutz und Erhalt unserer heimischen Amphibienarten.
Ton statt FolieWir verwenden zur Anlage unserer Laichgewässer spezielle Tonelemente. Zusammen mit Gewebevlies - zur Verhinderung einer Durchwurzelung - und einer 20 cm Kiesauflage enstehen so gegen mechanische Einflüsse resistente Teiche, die auch bei Pflegemaßnahmen ungleich robuster im Vergleich zu Folienteichen sind.Die schweißtreibende Arbeit bei der Verlegung und Verdichtung des Tons zahlt sich meist schon im nächsten Frühjahr aus, wenn die neuen Teiche - wieder - von Bergmolch, Gras- und Wasserfrosch oder Erdkröte zum Ablaichen genutzt werden.Eine Erstbepflanzung mit heimischen Wasser- und Sumpfpflanzen gehört ebenso zu einem neuen Amphibien-Lebensraum, wie Versteckmöglichkeiten unter Steinen oder Totholz. So lassen sich auch unzugängliche Ruhezonen für die Bewohner schaffen.
Bergmolch-Bild von Chris Ella Dick für unsere Infotafel an der Rottach in Kempten
Amphibienschutz im (Staats-)Wald
Zusammen mit der Forstdienststelle Sonthofen - Revier Kürnach und Sonthofen West - konnten im Oberdorfer und Kürnacher Wald mehrere Teiche verschiedenster Größen angelegt werden. Die Revierförster Hubert Heinl (Oberdorf) und Johann Mayr (Kürnach) organisierten die Arbeiten zu den aus Quellen oder Bachläufen gespeisten Laichgewässern, die auf lehmigem Untergrund ausgebaggert wurden.
So entstanden zahlreiche vernetzte Feuchtbiotope, die von den Amphibien gefahrlos erreicht werden können.
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